

Nach einer kurzen Nacht am Fährhafen, ging es auf ein fast leeres Schiff nach Larne und dann hoch an die Küste.
Die Strassen hier sind stark befahren und die Iren fahren deutlich flotter als die Engländer. Deshalb war Fahrradfahren in ganz Irland nicht so entspannt wie wir dachten.
Dunluce Castle

Das Dunluce Castle war vom Campingplatz aus einigermaßen gut mit dem Rad zu erreichen. Es ist eine Ruine aus dem 14 Jh. und liegt direkt an den Klippen, das führte dazu, dass bereits 3 Jahrhunderte später ein Teil der Burg ins Meer stürzte.


Der Blick aus dem früheren Wohnzimmer zeigt den Causeway

Unser irischen Campingnachbarn haben uns sehr ans Herz gelegt, bei dem schönen Wetter mit dem Zug nach Derry – Londonderry zu fahren. Die Strecke verläuft direkt an der Küste und so hatten wir eine schöne Aussicht und kamen nach einer Stunde entspannt an.

Vom Bahnhof ist es nur ein kleiner Spaziergang über die Freedombridge in die Stadt

Derry ist noch immer von einer intakten Stadtmauer umgeben, auf der man die Altstadt umrunden kann.


Die Bilder zeigen das Gebäude im Wandel des Jahrhunderts. Besonderes Augenmerk sollte man den Stühlen der Eisdiele widmen

Überall in der Stadt ist der Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten sichtbar und „The People’s Gallery“ im Stadtteil Bogside ist zwischenzeitlich ein große Touristenattraktion.
Die elf großen Murals sollen an das Leid und den Tod der Bewohner erinnern.







Auch abseits dieser Wandbilder gab es einiges zu fotografieren

Bei der Reparatur der Abflussrohre braucht der Installateur hier weder Hammer noch Meisel, sondern eher eine lange Leiter und eine gewisse Schwindelfreiheit
Die Pubdichte ist enorm und die Iren genießen schon am frühen Nachmittag ihr Guiness






Natürlich müssen wir auch mal wieder Steine gucken. Diesmal die Steinformation am Giant’s Causeway.
Er gilt als Highlight der Küstenwege und ist gespickt mit Legenden, die zur Entstehung der Felsenlandschaft beigetragen haben.


Laut einer Legende sollen sich hier zwei Riesen (ein schottischer und ein irischer) bekämpft haben und bei den Raufereien, bei denen sie sich auch mit Felstrümmern bewarfen und der Unterlegene dann davon rennen musste, soll die Formation dieses Küstenabschnitts entstanden sein.
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Legende an die Erosion der Felsen angepasst und so ist aus dem Sessel der Riesen nun sein Stiefel geworden.


Weiter geht es Richtung Süden nach Ballycastle, einer kleinen Hafenstadt an der Nordostküste mit einem netten Cafè, gutem Brot und und zum Lesen keine Zeitschriften sondern Kochbücher.



Außerdem ein kostenloser Stellplatz direkt am Strand

Der Regen macht Pause und damit erleben wir mal wieder einen kitschigen Sonnenuntergang.
Der weitere Weg Richtung Belfast verläuft direkt an der Küste und wird teilweise recht schmal

Belfast
Jetzt setzt der Regen ein und wir werden ihn die nächsten Wochen auch nicht mehr los. Typisches Wetter – leider.
Übernachtet haben wir auf dem Titanic Parkplatz. Eine der wenigen Möglichkeiten für Womos in ganz Belfast.


Wenn wir schon die Film nicht gesehen haben, das Museum ist Pflichtprogramm und die Geschichte des Schiffs und ihres Untergangs sind sehr gut aufbereitet und ein Touristenmagnet auch um 9 Uhr früh schon





Ein riesiges Schiff, gebaut mit einem riesigen Aufwand, ausgestattet mit allem Luxus der damaligen Zeit und letztlich gescheitert am Fehlen von Ferngläsern und der Ignoranz des Kapitäns.


Dublin City Hall


Viele Geschichten haben wir während unser Guided Tour erfahren. Unter anderem diese: Unser Guide hat seine vier Kinder (2 Mädchen, 2 Jungs) selbst entscheiden lassen welcher Religion sie zugehören möchten. Ratet mal wie sich die Kinder entschieden haben und warum.






Das Fenster links zeigt einen jungen Mann, dessen T-Shirt die Aufschrift trägt „Save Sodomy from Ulster„. Der Slogan bezieht sich auf eine politische Kampagne des konservativen Politikers Ian Paisley in den 1970er Jahren unter dem Motto „Save Ulster from Sodomy“, die die Endkriminalisierung von Homosexualität verhindern wollte.



Der Tunnel spielt auch eine Rolle in der irischen Krimiserie „The Fall“ zu sehen bei Netflix

Die Stadt ist bunt und an den Wochenenden finden viele Jungesell:innenabschiede statt.
Schwer zu entscheiden, wo wir lieber dabei gewesen wären.




Tätowierte Waden wie auf dem linken Bild bestimmen überall auf den Inseln ab zweistelligen Temperaturen das Strassenbild, gerne kombiniert mit zu engen T-Shirts mit Bierwerbung. Das weibliche Pendant trägt erschreckend enge Tights, häufig unterfüttert mit zu viel Pfunden.

Mal eine andere Art von Kirchturm, genannt the Spire of Hope. Zum 100jährigen Bestehen der St. Anne’s Cathedral gab es 2004 einen Wettbewerb für junge Architekten, den zwei Belfaster mit der 40m langen Spitze für sich entscheiden konnten


Die rote Hand
Der Sage nach rief ein Herrscher seine Söhne zum Wettkampf auf: wessen Hand als erste irischen Boden berüht, soll die Herrschaft über das Land erhalten. Als einer seiner Söhne nicht mehr von den anderen einzuholen war, hackte sich sein Bruder die linke Hand ab und warf sie in hohem Bogen auf das Land und hatte sich durch diesen handfesten Einsatz die Herrschaft gesichert.
Die rote Hand findet sich noch an vielen Gebäuden in Belfast

Hier unsere Route in Nordirland

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