Solidarnosc entstand im Sommer 1980 und wurde von Anfang an von einer breiten Gesellschaftsschicht unterstützt: Arbeiter, Intellektuelle, Studenten und sogar Papst Johannes Paul II.
Auch Ronald Reagan hatte sich damals als einer der wenigen ausländischen Politiker mit der Solidarnosc-Bewegung solidarisiert und die amerikanische Bevölkerung aufgefordert, als Zeichen der Solidarität eine Kerze ins Fenster zu stellen.
Die bekanntesten Persönlichkeiten von Solidarnosc waren Anna Walentynowicz und Lech Walensa. Wegen der bevorstehenden Entlassung von Anna Walentynowicz kurz vor der Rente traten die Werftarbeiter in Danzig in den Streik, gründeten die Gewerkschaft Solidarnosc und wählten Lech Walensa zu ihrem Führer.
Weil alle Arbeiter in der Werft blieben, wurden sie von der Bevölkerung auf einem stillen Marsch zur Werft mit Brot versorgt.
Im Verlauf ihres Bestehens wurde die Gewerkschaft immer weiter politisiert und wuchs auf etwa 9,5 Mio. Mitglieder an.
Als Mitte Dezember 1981 das Kriegsrecht ausgerufen wurde, wurden viele Mitglieder der Gewerkschaft verhaftet und die Organisation verboten. Auch wenn es noch Jahre dauerte, bis das sozialistische Regime in die Knie gezwungen wurde, war mit Solidarnosc der Widerstandsgedanke in der polnischen Bevölkerung verankert.
Heute ist das Verhältnis der Danziger Werftarbeiter zur Obrigkeit deutlich entspannter.
Die Altstadt von Danzig ist das ganze Jahr über ein Touristen Hotspot, unser Guide rät allen dazu den Sommer zu meiden und dafür die ruhigeren Tage im Frühjahr oder Herbst zu nutzen.
Wir hatten bestes Wetter und waren zwei Tage bei Sonnenschein unterwegs
Die Bitte der Stadtobersten, keine Schlösser mehr an die Brücke zu hängen, bleibt erfolglos. Dabei wurden bei einer einmaligen Aktion bereits 9,5 Tonnen an Liebesschlössern entfernt. Was wohl aus den betroffenen Beziehungen wurde?
An Pfingsten fand ein spontaner Umzug einer Gruppe aus dem Umland statt. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass es sich um eine Delegation der Konservativen Bauernpartei handelt. Frägt man deren Mitglieder, welche Partei gerade regiert, heißt die immer gleiche Antwort „unser Koalitionspartner“
Der Herr auf dem linken Bild wirkt tatsächlich etwas kopflos. Wenn man einige Schritte nach vorne geht, scheint er wieder bekopft zu sein.
Bei einer Stadtführung mit dem sehr geschätzten Guide erfuhren wir mal wieder sehr viel Erhellendes. Die Wappen von links nach rechts: das königlich preußische Wappen, das Wappen der polnisch-litauischen Union und das Stadtwappen von Danzig. Die beiden Kreuze im Stadtwappen erinnern an das Wappen des Deutschen Ordens.
Die Methoden zur Eintreibung eines angemessenen Trinkgelds für den Guide sind allerdings sehr rustikal und auch der Hinweis darauf, dass das im Mittelalter so üblich war und die Stadtbesucher einen authentischen Eindruck gewinnen sollen, macht die Sache nicht besser.
Unser Campingplatz Stogi war am Stadtrand und direkt an der Ostsee gelegen. Strandspaziergänge und Sonnenuntergänge am Hafen inklusive.
Srem ist ein kleines Städtchen, deren gastronomische Angebote an diesem Sonntag von Familien mit Kommunionkindern bevölkert werden. Hier im katholischen Polen sind auch die Kleinsten perfekt herausgeputzt für diesen wichtigen Tag.
Übernachten konnten wir am Strand von Srem, am Grzymisławskim See. Einen erster mutiger Schwimmer haben wir schon im Wasser gesichtet. Für uns war es allerdings noch zu kalt, wir trugen gegen Abend Daunenjacken. Der Sonnenuntergang war spektakulär.
Weiter geht es zur Geburtsstadt von Nikolaus Kopernikus, nach Torun.
Unser Campingplatz Tramp lag auf der anderen Weichselseite, die Altstadt war aber über die Brücke schnell zu erreichen. Das Rad entpuppte sich als untauglich für Torun, da der Straßenbelag wohl noch aus mittelalterlichen Zeiten stammen musste und ein Fahren in der Altstadt unmöglich machte.
Neben einer Seemine war auch das Denkmal von Kopernikus ein Rastplatz für die vielen Kindergarten- und Schülergruppen, die sich hier vergnügten.
Ist das die Klagemauer von Torun? Nein, links geht es um Modefotografie, rechts um langwierige Gespräche, die eine gewisse Anlehnungsbedürftigkeit verursachen.
Gut gegessen haben wir abends im Restaurant Piernicova, auf das uns unsere Michelin App aufmerksam gemacht hat.
Gut 150 km weiter nördlich liegt Malbork mit der Marienburg, die als größte Burganlage in Backsteingotik bezeichnet wird. Und diese Burganlage ist wirklich sehr beeindruckend. Mehrere Stunden hat uns der Audioguide auf unterhaltsame Weise durch die Anlage geführt. Auch hier waren viele Schulklassen unterwegs, die sich zuvor mit einem kleinen Teufelstrank stärkten.
Winrich von Kniprode und Albrecht von Brandenburg, beides wichtige Hochmeister des deutschen Ordens. Die weltlichen Helfer hießen übrigens Kompane, eine Ableitung von companio, übersetzt Brotgenosse.
Darstellung der Parabel der zehn Jungfrauen: die fünf Brautjungfern links sind klug, sie haben außer ihren Öllampen auch genügend Öl dabei. Die Ladies rechts sind töricht, sie haben kein Öl dabei und da sich der Bräutigam verspätet und erst bei Dunkelheit eintrifft, haben sie das Nachsehen, weil er sie nicht sehen kann. „Ich kenne euch nicht“ soll er gerufen haben.
Auch das Thema der Toilettenversorgung wurde aufgegriffen und inklusive des damaligen Klopapiers zur Schau gestellt.
Jelenia Gora, ehemals Hirschberg, liegt in der Nähe des Geburtsorts der Mutter des Fotografen. Es ist heute eine hübsche Kleinstadt mit gut restaurierten Häusern, Pubs und Restaurants. Das lokale Bier ist auch in der alkoholfreien Variante sehr zu empfehlen.
Eigentlich hatte der Fotograf ja versprochen der Urinalfotografie abzuschwören und er war seit Irland auch absolut abstinent, aber gleich in Hirschberg wurde er in Anbetracht der reizenden Dekoration rückfällig. Nun verspricht er mal wieder, auf weitere Dokumentation derartiger Geschmacksverirrungen zu verzichten.
Der Auto Camping Park Jelenia Gora liegt am Stadtrand und in zehn Minuten ist man in der Altstadt
Unterwegs kann man sich zu der Dame an den Tisch setzen, allerdings fällt die Unterhaltung einseitig aus.
Weiter führt uns der Weg an den Rand des Riesengebirges. Dort steht eine norwegische Stabkirche, die Kaiser Friedrich Wilhelm IV. dort abbauen und nach Schlesien transportieren ließ. Die Kirche besteht komplett aus Kiefernholz und wurde ohne Verwendung von Nägeln zusammengebaut.
Die Pfeiler sind komplett mit Schnitzereien verziert und um den inneren Kirchenraum führt ein hölzerner Meditationsgang, der das Innere der Kirche vor Kälte schützen soll.
Unser Stellplatz mit Blick zur Schneekoppe befindet sich bei Sosnówka und gehört dem Besitzer des Restaurants Zloty Widok, einem Engländer. Daher gibt es hier auch Fish and Chips.
Von Schömberg kommend nähern wir uns dem ehemaligen Erlendorf und dem Gut des Großvaters. Unsere Internetrecherche hat sogar ein Bild aus alten Zeiten hervorgebracht.
Zwei Gebäude stehen noch heute, allerdings betreiben die Bewohner keine Landwirtschaft mehr.
Und auch das Schulhaus gibt es noch, nur wenige Schritte vom Hof entfernt. Nun erschließt sich auch, warum in Erzählungen oft die Rede davon war, dass das Fräulein Haupt, die Klassenlehrerin der Kinder, angeblich zufällig, aber immer zur Abendbrotzeit vorbeikam und dann eingeladen wurde mit der Familie zu essen. Sehr zum Leidwesen der Schulkinder.
Nur wenige Kilometer weiter in Kamienna Góra steht das Kloster Grüssau mit der Klosterkirche Mariä Himmelfahrt und der Josefskirche. Die Klosteranlage gehört zu den am besten erhaltenen Klosteranlagen in Schlesien. Besonders berühmt sind die Kirchen für ihre Fresken und aufwändigen Decken- und Wandmalereien und die aus dem 18. Jahrhundert stammende Orgel.
Die dunklen Seiten des Klosters kamen in der Zeit des Nationalsozialismus. Das Kloster wurde zum Lager, in dem ab den 1940er Jahren Juden interniert und dann oftmals nach Theresienstadt deportiert wurden.
Unser nächster Halt ist Breslau. Der Stellplatz liegt am Stadtrand, Camp Wroc, wenige Minuten von einer Tramhaltestelle entfernt und in unserem Alter ist der öffentliche Nahverkehr kostenlos nutzbar.
Leider hat das Wetter nicht mitgespielt. Nur am ersten Abend konnten wir noch das sonnige Breslau erahnen, dann wurde es empfindlich kalt und ich war dankbar für lange wärmende Unterwäsche, Regenjacke und Regenschirm.
Wer glaubt, dass Breslau Glück hatte und im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurde, liegt falsch. Die Altstadt war komplett zerstört, aber die Fassaden und Häuser wurden nach dem Krieg so originalgetreu wie möglich wieder aufgebaut.
Das Rathaus wird heute als Museum genutzt und im Keller und auf der Freischankfläche befindet sich der Schweidnitzer Keller, eines der ältesten Gasthäuser Europas. Nach unseren Erfahrungen in Dresden ließen wir diese touristische Institution wohlweislich links liegen.
Für den ersten Abend hat Michael mal wieder einen interessanten Restauranttipp ausgegraben und so suchten wir auf einem alten Fabrikgelände das Nafta Neo Bistro.
Gefunden haben wir das Restaurant im dritten Hinterhof, in einem Gebäude mit hohen Backsteinwänden, in das die bestehenden Bäume einfach integriert wurden.
Das Restaurant bietet eine moderne Version der polnischen Küche, eine interessante Weinauswahl und das Ganze zu moderaten Preisen.
Schwieriger als die passende Speisenauswahl war es hier, die richtige geschlechtsspezifische Tür zu finden.
Aus einer Oppositionsbewegung in den 80er Jahren mit Demonstrationen in Zwergenkostümen, hat sich eine ganze Zwergensubkultur auf Knöchelhöhe in der Stadt entwickelt. So muss am Acht geben, dass man nicht über kauernde Touristinnen stolpert.
Mittlerweile sollen sich über 1.000 Zwerge in der Breslauer Innenstadt befinden.
Nach der verregneten Stadtführung gab es ein Mittagessen in der Markthalle.
Die Portionen sind reichhaltig und deftig und reichen mancher Frau den ganzen Tag.
Es gibt hier sogar einen Ableger der Strumpftante!
Am Wochenende fand das erste von fünf Foodfestivals am Fluss statt. Das war genau das richtige für uns.
Stände mit internationalen Speisen von deftigen Fleischstücken bis zur Zuckerwatte war alles vorhanden.
Beim polnischen Wein war allerdings noch Luft nach oben.
Hier Okonomiyaki: eine Art japanische Pfannkuchen mit Bonitoflocken
Links eine besondere Spezialtät: geröstete Markknochen, rechts Raclette
Bei schönem Wetter lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall, deshalb hier die nächsten Termine.
Gut gestärkt sind wir dann noch zur Neon Side Gallerie, in der zeitgenössische Künstler:innen ausstellen und an deren Fassade historische Neonlichter aus kommunistischer Zeit hängen.
Viele davon wurde damals vor Ort von der Firma Reklama produziert. Heute ist der Hinterhof ein beliebter Treffpunkt.
Der Mai ist gekommen und wir starten in unseres nächste Womojahr. Auch diesmal soll es nach Norden gehen, über Polen ganz nach oben ins Baltikum.
Wir starten bei herrlichem Sommerwetter und kommen bis Bayreuth. Eine Stadt bis in die Haarspitzen auf Wagner zugeschnitten.
Ihr habt euch gewünscht, dass wir auch unsere Übernachtungsmöglichkeiten erwähnen, damit ihr bei Bedarf schnell auf die Infos zugreifen könnt. Daher gibt es jetzt immer einen Hinweis, wo wir die Nacht verbracht haben.
In Bayreuth war es der kostenfreie Stellplatz in der Grünewaldstrasse 2, direkt am Radweg gelegen, auf dem man schnell ins Zentrum gelangt.
Der nächste Stopp ist in Naumburg und wir besichtigen den Dom, der seit 2018 zum UNESCO Welterbe erklärt wurde.
Die Krypta stammt aus dem 12./13. Jahrhundert und ist einer der ältesten Teile des Doms. Das Kruzifix ist um 1170 entstanden. Links und rechts davon gibt es moderne Glasfenster aus den Jahren 2012 und 2014.
Diese Handläufe sind an den Treppen zum Ostchor angebracht. Leider konnten wir wegen Renovierungsarbeiten den „schmalen Pfad ins Paradies“ nur teilweise und von Ferne sehen.
Die Glasfenster der Elisabethkapelle wurden erneuert und 2007 eingeweiht. Neo Rauch hat in ihnen Szenen aus dem Leben der heiligen Elisabeth dargestellt.
Der sehr informative Audioguide hat uns alles Wissenswerte über den Dom erzählt.
Übernachtet haben wir in Dornburg, einem kleinen Städtchen in der Nähe von Jena. Dort haben wir einen Freund aus Jugendtagen und Besitzer eines Solarmobils, mittlerweile ein kleiner autarker Roadtrain, besucht.
Am nächsten Tag geht es weiter nach Meißen – danke Petra, für den Tipp und die Kaffeepause bei Dir!
Dort gibt es einen Stellplatz beim Freizeitpark Wellenspiel und mit dem Rad ist man in 15 Minuten in der Innenstadt von Meißen.
Schwierig nur, dass solch eingängige Namen sich dauerhaft in den Hirnwindungen der Reisebegleitung festsetzen und dann über Tage wieder recycelt werden. Äußerungen wie zum Beispiel „mein kleines Fettbemmchen“ werden durchaus als problematisch empfunden und umgehend sanktioniert.
Praktischerweise befinden sich die beiden Hauptattraktionen, der Dom und die Albrechtsburg, direkt nebeneinander. Der Dom im gotischen Stil gebaut, wirkt neben der ausladenden Albrechtsburg sehr zierlich und schon Goethe nannte es das „schlankste und schönste Gebäude jener Zeit“.
Die Albrechtsburg ist keine Burg, sondern ein Schloß und zwar eines der ältesten in Deutschland. Hier kann man zwischen Audioguide und einem Histopad wählen. Mit letzterem kann man in die Vergangenheit reisen. Das war uns zu gewagt, wir haben die Audioversion bevorzugt.
Auch für Leseratten bietet Meißen allerlei Dekomaterial.
Das Wetter wurde leider täglich schlechter und in Dresden war es dann schon empfindlich kalt.
Wie gut, dass wir die Ausstellung Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch besuchen wollten. Die beiden widmeten sich den großen Fragen des Lebens.
Der Fürstenzug auf der Außenseite des Stallhofes hat den Fotografen besonders wegen Friedrich dem Gebissenen fasziniert.
Unter Missachtung sämtlicher kulinarisch-gastronomischer Vorsichtsmaßnahmen sind wir latent hypoglykämisch in den historischen Sophienkeller im Stadtzentrum eingefallen. Die vielen asiatischen Reisegruppen und die Kanonenkugeln auf dem Tisch hätten uns warnen müssen. Wer zu einer merkwürdig entbeinten Ente seltsam enthirnte Zoten über einen durch eine Sense entmannten Bauern genießen möchte, der ist hier richtig. Wer vernünftige sächsische Küche bevorzugt geht woanders hin.
Oder er geht in die Neustadt und kann dort zwischen den unvermeidlichen Bowls und Ramen auswählen.
Interessant ist die Dresdner Neustadt allemal
Fühlt sich jemand von dem wissenschaftlichen Angebot angesprochen? Probanden sind sicher noch willkommen.
Am nächsten Morgen hatten wir die Gelegenheit ein Orgelkonzert auf der bekannten Silbermannorgel in der Hofkirche zu hören.
Und dann ging es von unserem Stellplatz am Alberthafen, der wieder direkt am Radweg zur Innenstadt liegt, weiter nach Görlitz.
Hier hatten wir einen sehr preisgünstigen und einfachen Stellplatz in der Südstadt, Zittauerstrasse.
Aber was sollen wir zu Görlitz sagen? Unser samstäglicher Spaziergang führte uns zufällig zu einer kleinen Kirche, vor der ein paar wenige Menschen vor diesem Aufsteller standen.
Am nächsten Tag waren OB-Wahlen und die Sorge war groß, dass der AfD-Kandidat die Wahl gewinnen würde. Bei unserem Gespräch mit der Gruppe, wurde uns schon bang. Denn die Geschichten, die uns erzählt wurden, waren unglaublich, unvorstellbar und machen uns Angst vor der Zukunft. Wir haben den Ausgang der Wahl verfolgt und auf einen Sieg des CDU-Kandidaten gehofft, aber keiner der Kandidaten hat über 50% der Stimmen erhalten (CDU und AfD lagen sehr knapp beieinander bei 45% ), so dass am 24. Mai die Stichwahl stattfinden wird. Wir drücken dem CDU Kandidaten die Daumen. Wer hätte gedacht, dass es so weit einmal kommen würde.
Ein anderer Wein, den es im Westburgenland gibt ist der Schilcher.
Die Sage berichtet, dass römische Händler eine Fuhre mit italienischen Weinstöcken umgeworfen hätten und ein steirischer Weinhacker schnell zur Stelle war, um die Reben zwischen seine Weinstöcke zu pflanzen und so war der Schilcher geboren. Die Farbe der Traube ist immer gleich – rot. Und der Name der Rebe ist auch immer gleich – Blaue Wildbacher Rebe. Aber die Farbe des Schilcherweines ist je nach Ort verschieden und changiert von hellrot bei Stainz, über dunkles rosé nur 15 km weiter bis man in Eibiswald durchaus glauben kann einen Rotwein zu trinken. Woran das wohl liegt?
Die meisten kennen den Schilcher-Sturm, also den neuen Wein mit hohem Zuckergehalt und wenig Alkohol. Schilcher wird auch als Spritzer bzw. Schorle angeboten. Wohingegen der trocken ausgebaute Schilcher mit seinem hohen Säuregehalt durchaus eine Herausforderung für Winzer und Trinker sein kann. Unser Gastgeber räumte ein, dass es Jahrgänge geben kann, in denen die Säure im Keller reduziert werden muss. Das Aroma ist wie beim Uhudler wieder extrem fruchtig, aber durch die Säure deutlich interessanter und in Verbindung mit einer steirischen Jause zeigt sich ein stabiler Trinkfluss.
Billa oder Buschenschank – das ist für uns keine Frage
Die Gegend bietet auch genügend Möglichkeiten, um sich zu Fuß oder per Rad zu bewegen
Und dann ist erst mal Schluss mit Österreich. Wir fahren weiter nach Slowenien.
Camperlife auf dem Ziegenhof in Sentanel
bei bestem Novemberwetter
und grandiosen Ausblicken auf die Berge
Da wir am Wochenende mit sehr übersichtlicher Kühlschrankfüllung auf dem Campingplatz Menina in Varpolje ankamen, ergoogelten wir uns eine hochgelobte Burgerbraterei. Das Essen war tadellos,
auf die ganzjährige Halloween-Deko waren wir aber nicht vorbereitet. In Anbetracht unseres unten herum gut bestückten Tischskeletts, bevorzugten wir in diesem Fall das Kopf- bzw. Schädelende des Tischs.
Das Wetter ist so gut, dass wir uns spontan für einen Aufenthalt am Mittelmeer entscheiden. Wobei Slowenien nur über magere 46 Kilometer Küste verfügt, im Norden von Italien und im Süden von Kroatien begrenzt.
In Piran zeigt sich sehr deutlich die Nähe zu Italien
die Altstadt könnte auch die einer italienischen Küstenstadt sein
und auch das Essen war nach unserem Geschmack
Der Rückweg von Piran zu unserem Stellplatz führte uns direkt am Meer entlang
und die Stimmung bei Sonnenuntergang bzw. Mondaufgang war entspannend
Mal wieder eine Stadt: nicht zu groß, sondern perfekt in zwei Tagen zu erleben
Diesmal stand das Essen im Vordergrund, nicht nur beim fotografieren
Der Steirer gilt als ein typisches Wirtshaus in Graz mit typischer Küche
Aber auch sonst gab es einige interessante Objekte, die den Fotografen animierten
und zu einer kleinen Bildgalerie „Ich und mein Hund“ führten
Wir hatten das Glück beim Late Night Shopping mitmachen zu können
allerdings interessierten wir uns mehr für die Light late night
Und jetzt auf zu neuen Weinabenteuern
Fährt man vom Graz Richtung Osten, tangiert man das Anbaugebiet einer önologischen Rarität und allein der Name zwingt quasi zu einer Weinprobe: Uhudler
Die Rebstöcke, aus denen Uhudler gewonnen wird, kamen Mitte des 19. Jahrhunderts aus Amerika und das nicht nur ins Burgenland. Grund war die damals ausgebrochene Reblausplage, die allen Weinstöcken in Europa den Garaus machte. Nur die amerikanischen Rebstöcke waren resistent und so wurden sie in der Folge mit den europäischen Reben veredelt.
Die Vermarktung der Weine dieser unveredelten Rebstöcke (Direktträger) wurde allerdings schon wenige Jahre später verboten und so wurde bis Mitte des 20. Jahrhunderts der Direktwein fast ausgerottet.
In ganz Europa? Nein, in einer kleinen Region im südlichen Burgenland werden die Rebstöcke weiterhin mit den amerikanischen Rebsorten angebaut und daraus der Uhudler gekeltert.
Bis heute sagt man dem Uhudler gesundheitsgefährdende Eigenschaften nach (Blindheit und Impotenz). Gutachten der Uni Graz und ein Gerichturteil verhinderten aber die Vernichtung der Rebstöcke im Burgenland.
Wie nähert sich der Uhudler-Novize nun diesem Wein? Wir haben uns einfach den Sieger eines österreichischen Weinmagazins ausgesucht und dann direkt angesteuert.
Im Hinterkopf die Bilder renommierter französischer Chateaus oder wenigstens die architektonischen Preziosen der Pannobile-Winzer, waren wir einigermaßen erstaunt, als wir im Vorgarten eines simplen Zweifamilienhäuschens mit einer ausgebauten Scheune als Verkaufsraum standen.
Die Spitzenwinzer entpuppten sich als mindestens achtzig Jahre altes Ehepaar, das ihren lediglich einen Hektar großen Weingarten alleine bewirtschaftet und sich über potentielle Kunden sehr freut. Der Wein selbst bietet in der Nase und am Gaumen einen je nach Sichtweise betörenden oder auch irritierenden Geschmack nach Erdbeere und verabschiedet sich dann in Ermangelung von Säure mit einem unspektakulären Abgang. Ein kleines Kistchen fand dennoch den Weg ins Kärrele und unsere Gäste müssen künftig bei Einladungen mit Uhudler als Aperitif rechnen.
Bei unserem wunderbaren Stellplatz am Abend konnten wir nach einem Bad im überdachten Pool und bei herrlichem Blick über das weite Tal den Uhudler genießen und bisher sind bei uns noch keine gesundheitliche Defizite aufgetreten.
Wir hatten während der gesamten Reise nur einen fixen Termin: am 18. Oktober wollten wir in Gols beim Tag der offenen Tür der Pannobile-Winzer dabei sein. Rechtzeitig haben wir auf dem riesigen Campingplatz in Podersdorf direkt am Neusiedler See eingecheckt und waren dann eines von 15 Wohnmobilen auf dem Gelände.
Zum Erreichen des beheizten Sanitärbereiches war die Nutzung des Fahrrads wegen der Entfernung dringend zu empfehlen.
Der Neusiedler See zeigte sich von seiner besten Seite: schöner Ausblick aus dem Womo, Sonnenschien und absoluter Ruhe
Der Spaziergang vom Süd- zum Nordstrand fand ohne weitere Fußgänger statt
Am Samstag stiegen wir dann nach einem – wie immer – späten Frühstück aufs Rad und fuhren los.
Unser erstes Ziel, das Weingut Heinrich, erreichten wir trotz heftigem Gegenwind gegen Mittag. Für 40 € kann man bei allen beteiligten Winzer:innen essen und trinken und man kann sich auf einem Weingut seiner Wahl eine Flasche Pannobilie Wein im Wert von ca. 25 € mitnehmen.
Die Winzergruppe Pannobile umfasst mittlerweile neun Winzer, die sich dem biologischen Weinbau verschrieben haben und die sich bemühen in ihrem Wein die Böden und das Klima der Region abzubilden.
Unser Favorit wurde das Weingut Claus Preisinger mit seinen auf der Leitrebe Blaufränkisch basierenden Weine.
In welcher qualitativen und wirtschaftlichen Liga diese Winzer mittlerweile spielen, erkennt man an den Gebäuden und der Kellerausstattung, aber auch an den dargebotenen Buffets und natürlich an den Weingläsern (das Bordeaux-Glas von Zalto).
Der ausgiebigen Probiertätigkeit geschuldet, haben wir nur vier Weingüter geschafft (natürlich auch die Winzerin Judith Beck). Das war dann aber auch genug, denn bei uns wird in dieser Kategorie getreu schwäbischer Sparsamkeitsprinzipien natürlich alles geschluckt und nicht wieder ausgespuckt.
Beschwingt und gnädig gesättigt ging es dann in der Dämmerung wieder Richtung Podersdorf.
und zumindest eine hatte am Sonntag genug Kraft, um früh aufzustehen und mit dem Rad den Neusiedler See zu umrunden. Dafür gab es dann abends dankenswerterweise österreichisches Essen
zum Abschluss unserer Slowakeirundfahrt darf natürlich die Hauptstadt nicht fehlen
Einen Campingplatz fanden wir am Stadtrand und hätten dort auch die Möglichkeit gehabt eine Freiluftküche und eine Freiluftdusche (natürlich solar betrieben) zu nutzen. Wir bevorzugen allerdings unsere Dusche im Kärrele, denn bei diesen Temperaturen ist das solarbeheizte Wasser nicht warm zu nennen.
Und los gehts zu einem ersten Rundgang durch die Innenstadt
In der Historischen Konditorei Cukraren fanden wir den geforderten Mindestumsatz nicht sehr einladend und haben auf einen Aufenthalt verzichtet
Wir hatten uns fest vorgenommen den Abend der slowakischen Regionalküche zu widmen und hatten auch schon ein krachertes Brauhaus auserkoren
aber trotz der in jeder Hinsicht reizvollen Angebote, konnten wir dem indischen Street-Food-Restaurant wieder mal nicht widerstehen. Und es hat sich gelohnt: eine Küche die so unverfroren südindische Dosa mit nordindischem Butter-Chicken kombiniert wird man auch auf dem Subkontinent nicht so schnell finden. Den indischen Food-Dogmatiker wird die gewagte Kombination ebenso in die Verzweiflung treiben, wie wenn man dem seligen W. Siebeck Labskaus mit Semmelknödel und Sauerkraut vorgesetzt hätte.
Für den nächsten Abend haben wir dann aber einer Empfehlung folgend brav in einem soliden slowakischen Restaurant reserviert
und hatten an den Gulasch-Varianten sowie dem Bier nichts auszusetzen. Auch wenn das Bier aus das Tschechien kommt, das sei einfach besser sagte unser Kellner.
Dass sich um Bratislava ein aufstrebendes Weinbaugebiet befindet, haben wir Gott sei Dank erst am Ende unseres Aufenthalts festgestellt.
So mussten wir uns auf die Verkostung in einer Weinbar beschränken und hatten keine Chance an der Überladung des Wohnmobils zu arbeiten.
Wieder haben wir Glück bei unserer Stadtführung, bei der unser Guide kompetent Auskunft gibt, aber auch unterhaltsame Geschichten zum Besten geben kann, zum Beispiel die, wie wir die drei Länder unterscheiden können, die man von dieser Stelle aus sieht.
Wenn man oben auf dem Platz neben dem Regierungsgebäude steht, so erklärt er, sieht man am Horizont auf der einen Seite nichts als flaches Land (Orbans Ödnis), hier geht es nach Ungarn. Dann sieht man die rauchenden Schornsteine als Symbol der alten slowakischen Industrie. Im Westen erkennt man viele Windräder, die den Weg nach Österreich zeigen. Ähnlich wie Orban behauptet der rechtsnationale Ministerpräsident Fico, die Windräder würden nicht funktionieren und die meiste Zeit stillstehen. Auch hier gehört die Lüge zum Geschäft.
Ebenso interessant ist die Geschichte mit der mehrspurigen Straße, die mitten durch die Stadt führt. Denn wegen deren Bau musste die Synagoge und große Teile der Altstadt (der rechte Teil auf dem historischen Bild) weichen und zwar nicht in der NS-Zeit, sondern in Zeiten des realexistierenden Sozialismus. Aber sagt Jakub, es gab damals kaum Individualverkehr und somit war die Straße meist leer.
Hier das Denkmal das an zerstörte Synagoge erinnern soll
In diese alte Apotheke hat uns Jakub alle geschickt, damit wir auch das restaurierte Innenleben bewundern können. Schließlich hätte er es bezahlt – mit seinen Steuergeldern. Insgesamt wurden dafür 1,4 Mio. Euro ausgegeben. Teil des Pachtvertrages der Apotheke ist es übrigens, täglich die neugierigen Touristen zu erdulden, die natürlich nichts kaufen.
Dieser freundliche Mann im Gully, Cumil (der Gaffer), wurde einfach so zum Spaß Mitte der 90er Jahre zur Eröffnung der Fußgängerzone installiert und hat in der Zwischenzeit Kultstatus erreicht. Irgendwann wurde die Geschichte verbreitet, dass es Glück bringt über die Nase von Cumil zu streicheln. Und so bücken sich heute die Touristen auf der Suche nach ein bisschen Glück ziemlich tief.
Jakub hat uns allerdings davon abgeraten, außer direkt nach der Putzkolone am frühen Morgen sollten wir dieses Ritual nicht vollziehen.
Fraglich ob sich ausgerechnet der Rustikal-Balltreter Zlatan Ibrahimovic als Werbeträger für Bankgeschäfte eignet. Aber schön das man nach Abschaffung der slowakischen Krone im ÖPNV die alten Automaten nicht einfach abgeschafft hat, nur weil es eine neue Währung gab.
Ein Einschub, der nicht zu unserer Reiseroute passt, dafür aber zu Halloween.
Auf der Suche nach einem Stellplatz wurden wir in Riegersburg fündig und wie wir erst dort erfuhren, war die Schokoladenwelt von Zotter nur wenige Minuten entfernt
Sollen wir dahin? Ich mag diese gefüllten Schokoladen nicht so gerne und lohnt sich der Eintritt von 44 Euro für uns beide? Eindeutig Ja!
Zu Beginn der Tour durch die Zotter Erlebniswelt bekommen wir einen großen Löffel in die Hand gedrückt und können und sollen so viel probieren, wie wir wollen. Auch der Hinweis, dass man sich für das Ende noch Platz im Magen aufheben und häufig Gebrauch von den Trinkwasserbrunnen machen soll, fehlt nicht.
Und dann geht es los mit einem Film über die Anbaugebiete in Afrika und die Menschen, die dort für die Produktion der Kakaobohnen zuständig sind
Jeder einzelne Verarbeitungsschritt wird erklärt und kann durch die Glasscheiben verfolgt werden. Natürlich stehen auch überall Probierstellen, wozu haben wir schließlich unsere Löffel.
Ich lerne, dass Zotter nicht nur diese gefüllten Schokoladen macht, sondern auch ganz „einfache“ mit sehr unterschiedlichem Kakaoanteil. Bei mir ist bei 72% Schluss. Und unglaublich, man schmeckt tatsächlich den Unterschied zwischen Kakaobohnen aus Kenia oder Guatemala oder anderen Anbaugebieten.
Die Zottererlebniswelt bietet noch einiges mehr als Schokolade
Es gibt einen Essbaren Tiergarten und im Am-Vieh-Theater zeigt der Film „Schau dem Essen in die Augen“ die Philosophie von Josef Zotter, der hier eine Bio-Landwirtschaft errichtet hat, er hat gefährdete Tierrassen aufgenommen, die hier einen geschützten Lebensraum erhalten und er baut regionale Obst- und Gemüsesorten an.
Sehr beeindruckend wie er hier alles erlebbar macht. Wenn Tiere geschlachtet werden, findet es hier vor Ort ohne Stress für die Tiere statt.
Auch die Verarbeitung übernehmen die Mitarbeiter von Zotter selbst. Als Besucher kann man alles aus Stall und Acker im Öko Speck Takel probieren.
Sogar einen Friedhof gibt es hier, und zwar für beerdigte Ideen. Und so lesen wir über manche Kreationen, die schon vom Namen her entweder zum Schmunzeln oder zum Stirnrunzeln einladen.
Besonders interessant fanden wir die Idee mit dem Intelligenzfutter: „viele hätten es gebraucht, aber niemand hat zugegriffen“
Auch die Kunst darf nicht fehlen. Im Garten findet man Bronzeskulpturen von Paul Mühlbauer, Oskar Stocker oder Josef Lederer
und bei diesem Werk denke ich automatisch an das Bild von Whoopi Goldberg
So viel Schokolade haben wir schon lange nicht mehr gegessen und deshalb ist am nächste Tag der Weg zur Essigmanufaktur Gölles notwendig.
Die Manufaktur liegt auf der anderen Seite von Riegersburg, aber mit dem Fahrrad ebenfalls gut zu erreichen.
Dort bekommen wir auch einen Löffel umgehängt, allerdings viel kleiner als gestern und dann beginnt die Tour ebenfalls mit einem Film. Es gibt hier nicht so viel zu sehen wie bei Zotter und für die Schnapsproduktion haben wir nicht so viel Interesse
aber die Essige zu probieren war wiederum sehr interessant. Und diesmal lagern in den Fässern keine Weine, sondern edle Essigvariationen, teilweise über viele Jahre
Michael hat mir dann später gestanden, dass er einige Tage lang Magenschmerzen hatte. Er konnte aber auch überhaupt nicht aufhören, diese tollen Essige zu probieren.
Und zum Schluss der Tour gab es vier Edelbrände zu probieren. Die haben wir als alte Schwaben natürlich nicht stehen lassen und die Schnäpse mit Todesverachtung inkorporiert.
Wir sind zum ersten Mal in der Slowakei und dementsprechend gespannt was uns erwartet. Von Wien aus fahren wir in fünf Stunden in die Hohe Tatra
und finden einen einfachen Campingplatz mit perfektem Blick auf den Lomnicky Stit.
Am nächsten Morgen fährt uns der Besitzer des Platzes zur Talstation der Bergbahn. Nur auf den höchsten Gipfel kommen wir nicht, denn der Zugang ist durch die beschränkte Kapazität der Gondelbahn limitiert.
Das Wetter ist herrlich und der Weg steinig und doch anspruchsvoller als erwartet. Deshalb genießen wir unser anschließendes alkoholfreies slowakisches Bier im Panoramarestaurant umso mehr
Neben dem Bahnhofsgebäude in Tatranská Lomnica gibt es im Supermarkt so manche Leckereien, die aber, wie die Kutteln, der Womoküche verwehrt bleiben
Das Plakat zeigt im Stil eines Wimmelbildes das Speisenerlebnis der slowakischen Küche. Für Liebhaber der leichten oder gar fleischlosen Küche ist die Auswahl allerdings mehr als übersichtlich.
Die slowakische „Einkaufspassage“ versteckt sich in der Provinz oft hinter ganz normalen Hauseingängen. Nur die mit Einkaufstüten schwer beladenen Frauen weisen auf die versteckten Geschäfte hin.
Das Hungergefühl und ein über die Jahrzehnte geschulter Instinkt wies uns den Weg zu einer kleinen Zeitreise in die letzten Jahre des gastronomischen Sozialismus. Eine Mischung aus Restaurant und Kantine, der Schwerpunkt dann eher auf Kantine und zum Wohl der Gäste auf Effizienz und niedrigste Preise getrimmt.
Man nimmt Platz und automatisch kommt eine große Schüssel mit Bohnensuppe, aus der man schöpfen kann solange man möchte. Zwischenzeitlich wählt man aus den drei täglich wechselnden Hauptspeisen und bestellt sich ein Getränk.
Gewarnt sei an dieser Stelle ausdrücklich vor dem sozialistischen Cola Ersatz Kofola. Dabei handelt es sich um ein koffeinhaltiges Getränk, das aus verschiedenen Kräutern und Lakritz hergestellt wird und süß-säuerlich schmeckt. In unserem Kofola war der Anisgeschmack dominant.
Der Hauptgang fällt dann sehr üppig aus, die Wahl zwischen Reis und Pommes wird einem dadurch abgenommen, dass sich einfach beides auf dem Teller befindet.
Ein einfaches Essen, wahrscheinlich nicht regional und sicher wurde den Soßen Unterstützung aus dem Packerl zuteil, aber es schmeckt und in der Küche sind Leute am Werk, die kochen können.
Ach ja, der Preis: 7,90 € komplett
Bekannt ist Levoca vor allem für seine Basilika, die allerdings nur mit einer Führung besucht werden kann. Und da diese auf Slowakisch stattfindet, bekommen wir eine Kurzbeschreibung auf Deutsch in die Hand gedrückt.
Die Bazilika Sv. Jakuba v Levoci ist besonders für ihren Hauptaltar berühmt. Es soll der höchste spätgotische Holzflügelaltar der Welt sein mit einer Höhe von 18,62m und einer Breite von 6,27m
Wie man hier unten sieht, war medizinischen Werbeversprechen schon zu früheren Zeiten mit großer Skepsis zu begegnen. Die heilende Wirkung der Letschauer Paprika dürfte zu vernachlässigen sein (außer vielleicht bei Skorbut).
Das freundliche MBUX bereitet uns trotz sonstiger gelegentlicher Fehlleistungen zumindest hier visuell auf bevorstehende Ereignisse vor.
Der Dieselverbrauch lag erstmalig unter acht Litern, der damit verbundene zurückhaltende Fahrstil strapazierte allerdings die Geduld einer einzelnen Beifahrenden sehr.
Übernachtet haben wir auf dem Parkplatz mit unverstelltem Blick auf die Burg Zips
Die Burganlage zählt zu den größten in ganz Europa. Erbaut im 12. Jahrhundert wurde sie ständig erweitert und umgebaut.
Insgesamt umfasst die Burg mit ihren Türmen, Kapellen und Wehranlagen über 4 Hektar.
Nicht nur wir waren sehr beeindruckt. Auch mancher Filmschaffende hat sich die Burg als Kulisse für seinen Film ausgesucht. Dracula von Francis Ford Coppola wurde hier gedreht und in Dragonheart ist es als Ruine von Avalon der Erholungsort für König Arthur.
Die zweitgrößte Stadt der Slowakei ist Kosice mit schöner Altstadt
und singenden Wasserspielen direkt neben der Staatsoper. Der Wasserstrahl des singenden Brunnens wird anhand der Melodien sehr unterschiedlicher Musikstücke reguliert und erfreut sich auch bei den Einheimischen großer Beliebtheit
Und am nächsten Tag sind wir einfach mal kurz nach Polen zum Abendessen.
Wir haben die Restaurantbetreiber gefragt, ob wir auf ihrem Parkplatz über Nacht stehen können und ja, das war kein Problem. Perfekt um eine gute Flasche Wein zu trinken und das sehr üppige Menü zu genießen
Das Restaurant ist nach einem der vier Hausberge von Zakopane benannt. Die Stadt gilt als die höchstgelegene Stadt in Polen und vielleicht ist das der Grund, warum es so viel geregnet hat. Aber wir hatten noch Glück, denn im Oktober ist hier auch Schnee nicht ungewöhnlich.
Zakopane ist der wichtigste Touristenort der Region und um ins Zentrum zu gelangen, muss zuerst ein riesiger Markt durchschritten werden.
Wir haben uns gefragt, warum hier an allen Ständen die gleichen Käserollen verkauft werden und wie alt die wohl sind, denn viele Touristen waren nicht unterwegs
Zurück in der Slowakei übernachten wir wieder auf einem Parkplatz unterhalb einer Burg, diesmal der Burg Orava.
Diese mittelalterliche Burg liegt auf einer steilen Felsklippe mehr als 100 Meter über dem Fluss Orava.
Um zum größten und ältesten Teil der Burg zu gelangen müssen über 754 Treppenstufen erklommen werden.
Wegen des fantastischen Blicks auf den Fluss und die umgebenden Berggruppen gilt sie als eine der schönsten Burgen der Slowakei.
Die Burg beherbergt in ihren diversen Stockwerken eine archäologische, eine naturwissenschaftliche, eine ethnographische und natürlich eine historischeAusstellung
und sie war der Drehort für Nosferatu von Fritz Lang
Der Aufbruch am nächsten Morgen war etwas hektisch, weil wir aufgefordert wurden den Parkplatz zu wechseln. Dann schnell noch tanken und beim Weg aus der Tankstelle scheinen wir etwas falsch gemacht zu haben. Ein Polizeiauto mit Blaulicht stellt uns kurz danach. Der Fahrer muss sich einem Alkoholtest unterziehen und weil er falsch abgebogen ist, eine Strafe von 20 Euro bezahlen. Und den Rest des Tages den Spott der Beifahrerin ertragen. Der spätere Tritt in einen gigantischen Hundehaufen führte auch zu keiner Besserung der Stimmungslage.
Museum des slowakischen Dorfes
Dabei handelt es sich um ein großes Freilichtmuseum, für das aus den verschiedenen Landesteilen Häuser abgetragen und hier wieder aufgestellt wurden.
Dabei erfährt man auch einiges über das bäuerliche Leben seit dem 18. Jahrhundert.
Übernachtet haben wir auf einer Ranch, die von einem ehemaligen Jockey betrieben wird und der hier auch Reitstunden gibt.
Nach so viel Abgeschiedenheit war uns die Abwechslung im größten slowakischen Kurort sehr recht.
Piestany gehört zu den bekanntesten Rheumabädern Europas und neben heißem Thermalwasser kann man sich auch mit schwefelhaltigem Schlamm einreiben. Also nix wie rein in das größte Bad mit seinen verschiedenen Wasserbecken und Saunen