Wir entschließen uns zu einem Abstecher nach Tartu und fahren deshalb nach Südosten. Tartu hat die älteste Universität Estlands und Studenten prägen auch das Stadtbild, es gibt viele Cafés und jede Menge Shoppingmalls.




Unser Stellplatz ist direkt am Fluss und neben dem Markt, auf dem wir große Mengen Erdbeeren und Pfifferlinge kaufen.


Und auch Hausarbeit muss mal wieder sein

Eigentlich wollen wir nur eine Nacht bleiben, aber dann passiert es auf dem Weg raus aus der Stadt: beim Passieren einer Baustelle an einem Brückenpfeiler gibt es einen lauten Knall und die Seitenscheibe auf der Beifahrerseite zerspringt in tausend Teile, die sich im Innenraum und auf der Beifahrerin verteilen.
Durch die Sandstrahlarbeiten hat sich ein Stein gelöst und wurde dann unter hohem Druck in unsere Scheibe geschleudert. Der Übeltäter an der Strahlpistole hat sich dann zum Abschied noch herzlich bedankt, dass er von uns nicht umgehend verprügelt wurde, das sei durchaus denkbar in so einer Situation, hat er uns versichert.


Der Mitarbeiter, seine Firma und Mercedes zeigten sich kooperativ: wir tauschten das Kärrele gegen einen blauen Passat und bezogen ein Hotel with a view (nämlich im vierten Stock mit Blick auf einen Whirlpool, der direkt vor unserem Fenster steht und meist mit rot- und kugelköpfigen Spabesuchern bestückt ist, die auch uns in unserem Zimmer bewundern können).


Die Zeit bis zur Rückkehr des Womos haben wir für einen weiteren Stadtspaziergang und eine Fahrt ins Umland genutzt


und abends ein ausgezeichnetes Restaurant aufgesucht, das auf Sterneniveau gekocht hat und das wir für das Beste auf unserer bisherigen Reise halten.





Nach zwei Tagen war die Scheibe repariert und wir können weiterfahren an die russische Grenze nach Narva.
Das Beeindruckendste an dieser Stadt sind die beiden Trutzburgen, die sich auf estnischer und russischer Seite gegenüberstehen. Im Burghof gibt es einen Stellplatz für Womos mit Blick zum Fluss und nach Russland.




Ansonsten wirkt die Stadt meist trostlos, doch mit überraschenden Einblicken




Hier der Grenzübergang nach Russland, eigentlich geschlossen, zumindest für den rollenden Verkehr. Fußgänger haben sich aber vor der Grenze eingefunden und standen in langer Reihe (manche auch ausgestattet mit Klappstühlen), um nach Russland einreisen zu dürfen.


Es ist mal wieder Zeit für einen Campingplatz am Meer und wir finden ihn Richtung Westen bei Liimala und bleiben drei Tage.


Hier sieht man den Fotografen bei der Arbeit und was daraus geworden ist


Jetzt heißt es Abschied nehmen vom Baltikum, wir verlassen Tallinn und sind schon nach guten zwei Stunden Fahrt mit der Fähre in Helsinki.

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