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Perle der Ostsee und Geburtstätte von Solidarnosc

Solidarnosc entstand im Sommer 1980 und wurde von Anfang an von einer breiten Gesellschaftsschicht unterstützt: Arbeiter, Intellektuelle, Studenten und sogar Papst Johannes Paul II.

Auch Ronald Reagan hatte sich damals als einer der wenigen ausländischen Politiker mit der Solidarnosc-Bewegung solidarisiert und die amerikanische Bevölkerung aufgefordert, als Zeichen der Solidarität eine Kerze ins Fenster zu stellen.

Die bekanntesten Persönlichkeiten von Solidarnosc waren Anna Walentynowicz und Lech Walensa. Wegen der bevorstehenden Entlassung von Anna Walentynowicz kurz vor der Rente traten die Werftarbeiter in Danzig in den Streik, gründeten die Gewerkschaft Solidarnosc und wählten Lech Walensa zu ihrem Führer.

Weil alle Arbeiter in der Werft blieben, wurden sie von der Bevölkerung auf einem stillen Marsch zur Werft mit Brot versorgt.

Im Verlauf ihres Bestehens wurde die Gewerkschaft immer weiter politisiert und wuchs auf etwa 9,5 Mio. Mitglieder an.

Als Mitte Dezember 1981 das Kriegsrecht ausgerufen wurde, wurden viele Mitglieder der Gewerkschaft verhaftet und die Organisation verboten. Auch wenn es noch Jahre dauerte, bis das sozialistische Regime in die Knie gezwungen wurde, war mit Solidarnosc der Widerstandsgedanke in der polnischen Bevölkerung verankert.

Heute ist das Verhältnis der Danziger Werftarbeiter zur Obrigkeit deutlich entspannter.

Die Altstadt von Danzig ist das ganze Jahr über ein Touristen Hotspot, unser Guide rät allen dazu den Sommer zu meiden und dafür die ruhigeren Tage im Frühjahr oder Herbst zu nutzen.

Wir hatten bestes Wetter und waren zwei Tage bei Sonnenschein unterwegs

Die Bitte der Stadtobersten, keine Schlösser mehr an die Brücke zu hängen, bleibt erfolglos. Dabei wurden bei einer einmaligen Aktion bereits 9,5 Tonnen an Liebesschlössern entfernt. Was wohl aus den betroffenen Beziehungen wurde?

An Pfingsten fand ein spontaner Umzug einer Gruppe aus dem Umland statt. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass es sich um eine Delegation der Konservativen Bauernpartei handelt. Frägt man deren Mitglieder, welche Partei gerade regiert, heißt die immer gleiche Antwort „unser Koalitionspartner“

Der Herr auf dem linken Bild wirkt tatsächlich etwas kopflos. Wenn man einige Schritte nach vorne geht, scheint er wieder bekopft zu sein.

Bei einer Stadtführung mit dem sehr geschätzten Guide erfuhren wir mal wieder sehr viel Erhellendes. Die Wappen von links nach rechts: das königlich preußische Wappen, das Wappen der polnisch-litauischen Union und das Stadtwappen von Danzig. Die beiden Kreuze im Stadtwappen erinnern an das Wappen des Deutschen Ordens.

Die Methoden zur Eintreibung eines angemessenen Trinkgelds für den Guide sind allerdings sehr rustikal und auch der Hinweis darauf, dass das im Mittelalter so üblich war und die Stadtbesucher einen authentischen Eindruck gewinnen sollen, macht die Sache nicht besser.

Unser Campingplatz Stogi war am Stadtrand und direkt an der Ostsee gelegen. Strandspaziergänge und Sonnenuntergänge am Hafen inklusive.

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