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Estland bis Tallinn

Wir fahren weiter entlang der Ostsee und kommen zur estnischen Grenze.

In Estland gibt es viele RMK Zeltplätze im Wald und am Meer mit genügend Feuerstellen, Feuerholz und Plumpsklo. Unser erster Platz liegt direkt an der Ostsee und ist umgeben von Wald. Hier treffen sich am Wochenende viele Einheimische, die mit Zelt oder Camper anreisen und feiern.

Natürlich hatten wir kein Grillgut dabei, aber Feuer musste trotzdem sein und gegrilltes Brot hat auch seinen Reiz.

Die estnischen Städte scheinen einen besonderen Bezug zu Tieren zu haben. In Pärnu stehen überall Elefanten herum und weisen nicht nur Radfahrerinnen den Weg, sondern finden sich auch mitten im Weg.

Am Stadtstrand ist für jeden was dabei, vom Beachvolleyball bis zum Aperol Sprizz

Wir waren einiges über die Insel Saarema, die größte Estlands, gelesen und fahren dann spontan zum Fährhafen von Virsu und können gleich übersetzen.

Die Fähre bringt uns nach Muhu. Angeblich fahren die meisten Touristen gleich weiter nach Saarema. Wir bleiben aber erstmal, denn wir haben im Internet gelesen, dass es hier das nördlichste Weingut Europas gibt. Das wollen wir uns doch mal genauer anschauen. Peke, der finnische Winzer, freut sich über unser Interesse und wir dürfen sogar mit dem Womo im Garten übernachten und essen am Abend in seinem Restaurant.

Das Weingut heißt Matiesen und Lüscher, benannt nach Paul Matiesen, einem Esten und Arnold Lüscher, einem Schweizer. Peke hat uns die ganze lange Geschichte von Matiesen erzählt, der vor den Sowjets fliehen musste und erst spät in seinem Leben wieder nach Estland zurückkehrten konnte. Wir haben uns sogar die Doku im estnischen Fernsehen angesehen. Oder kurz gesagt, Peke hat Matiesen um 2010 zufällig getroffen und diese Begegnung hat ihn zum Weinbau gebracht.
Beim Geschmack seines Weines ist noch Luft nach oben, beim Preis hat er schon höchstes Niveau erreicht. Daher haben wir uns mit einem Glas begnügt.

Nach Mittsommer, das wir auf einem Campingplatz am kleinen Hafen Koiguste verbracht haben, entdeckten wir wirklich ein traumhaftes Plätzchen direkt am Meer. Ganz alleine standen wir dort zwei Tage und konnten abends am Strand speisen.

Eine Radtour zum Leuchtturm musste ich alleine unternehmen, denn für den Fahrer war chillen angesagt.

Auch unser nächster Stellplatz war ein RMK Platz, absolut in der Pampa im Nationalpark Vilsandi. Hier habe ich bei meinem kleinen Spaziergang Bekanntschaft mit einer schwarzen Kreuzotter, genannt Höllenotter, gemacht. Für ein Bild war ich allerdings zu spät.

Zurück auf dem Festland fahren wir nach Rummu auf den Campingplatz. Wir brauchen mal wieder Wasser, wollen duschen und müssen entsorgen. Der Platz liegt an einem ehemaligen Steinbruch. Heute bietet der See im Sommer Abkühlung, auch wenn das Wasser sehr kalt war.

Das steht einfach ein Klavier und alle können sich hinsetzen und spielen. Oder wenigstens so tun als ob.

In dem Steinbruch mussten früher die Insassen des nebenanliegenden Gefängnisses arbeiten.

Wir besichtigen das Gefängnis am nächsten Tag und können angesichts des desolaten Zustands der Gebäude kaum glauben, dass es erst 2018 geschlossen wurde.

Als Kontrast machen wir auf unserem Weg nach Tallinn noch einen Abstecher ins Arvo Pärt Museum. Der Audioguide erzählt nicht nur aus dem Leben von Arvo Pärt, sondern spielt auch seine Werke ab.

Weiß jemand wer der junge Mann neben ihm ist? Er war ein wichtiger Mensch in der Musikbranche.

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