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Kurische Nehrung

Wir setzen mit der Fähre auf die Kurische Nehrung über. Kein billiges Vergnügen, es fallen für die 10-minütige Fahrt 43 Euro an und zusätzlich müssen alle noch eine Straßenmaut von 20 Euro entrichten. Aber so können wir auf dem Campingplatz in Nidda zwei Nächte verbringen.

Mit diesen Knochenfunden hatte die deutsche Wehrmacht diesmal nichts zu tun. Vielmehr wurden durch Wanderungsbewegung der großen Düne die Gräber der Vorfahren freigelegt.

Direkt vom Campingplatz führt ein Wanderweg zur Düne und von oben hat man einen Blick nach Russland und kann durch das Death Valley bis an die Grenze wandern.

An der höchsten Stelle der Düne befindet sich auch eine Statue von Paul Sartre, den man allerdings nur dank des Hinweises auf der Infotafel und dem dort angebrachten Bild erkennt.

Neben einer Radtour durch die Wälder der kurischen Nehrung auf gut ausgebauten Radwegen nach Juodkrantes, das neben Nidda ein weiteres kleines Touristenstädtchen ist

darf ein Besuch des Thomas Mann Hauses nicht fehlen.

Zwei Sommer hat die Familie Mann hier ihren Urlaub verbracht. Danach sind Thomas und Katja Mann vor den Nazis zunächst in die Schweiz und dann über Sanary-sur-Mer nach Amerika emigriert.

Laut unserem Audioguide musste das Arbeitszimmer von Thomas Mann in jedem Haus das sie bewohnten exakt gleich eingerichtet sein, auch sein Schreibtisch sollte immer nach der gleichen Himmelsrichtung ausgerichtet sein. Überprüfen konnten wir diese Aussage nicht.

Im Bibliothekszimmer der Mann-Villa befindet sich neben vielen anderen Büchern von ihm und über ihn sogar die Hermann Kurzke Biographie.

Auch eine kleine Sammlung von Filmplakaten sind hier ausgestellt.

Starkregen begleitet uns auf der Rückreise und zeigt, dass die Strassen der Kurischen Nehrung bei diesen Wetterbedingungen sehr schlecht befahrbar sind. Große Schlaglöcher, gefüllt mit Wasser, würde jeden Fußgänger bis unter die Haarspitzen wässern, aber Fußgänger gibt es hier keine.

Zurück auf dem Festland fahren wir noch ein Stück nördlich und statten dem Museum des kalten Krieges und der Raketenbasis Paplatele einen Besuch ab.

Hier war in Sowjetzeiten eine unterirdische Abschußrampe für Nuklearraketen mit Reichweite auch bis nach Deutschland.

Der Funker rechts hatte ein besonders langes Kabel für den Kopfhörer. Damit blieb er auch bei Toilettensitzungen immer auf dem Laufenden und so war gewährleistet, daß er nicht durch Stuhl- oder Harndrang den Atomkrieg versäumte

Treffen sich zwei im grünen Mäntelchen, zum perfekten Partnerlook fehlt nur noch eine der Gasmasken.

Links sieht man die Innenseite der Stahlkonstruktion, die die Schächte der Atombomben bedeckte. Rechts ein Blick durch das Netz in den Betonschacht.

Übernachten konnten wir auf dem dortigen Parkplatz, wieder mal eine ruhige Nacht an einem geschichtsträchtigen Ort.

Das war unser letzter Stopp in Litauen, denn als wir am nächsten Morgen weiterfuhren, tauchte plötzlich aus dem Nichts das Schild von Lettland auf.

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