Leserin.Bike


Jakobsweg bis Santiago de Compostela

Unser Reiseführer hat den Cruz de Ferro hoch gelobt, daher sind wir diese Strecke gefahren, allerdings wurden wir gewarnt, dass wir dann wieder umkehren müssen.

Die Stecke war landschaftlich sehr schön, allerdings waren wir von Cruz de Ferro nicht so angetan. Die Warnhinweise waren nun nicht mehr zu übersehen: Für Autos über 3m sei die Durchfahrt durch das nächste Dorf – El Acebo – nicht möglich. Unser Kärrele hat 3m. Was tun?

Die Rückkehr hätte einige Stunden gedauert, daher haben wir es einfach probiert. Für die Durchfahrt war wegen der schräg verlaufenden Rinnen Schritttempo eigentlich bereits zu schnell. Und wie auf dem Bild zu sehen, war die Strasse auch nicht wirklich breiter als unser Auto. Die größte Herausforderung aber waren die in die Strasse hineinragenden Balkone der Häuser, die auch viel zu niedrig waren.

Wir haben es gut gemeistert, aber in der Hauptsaison oder bei Gegenverkehr ist es kaum zu schaffen.

Mein Fahrzeugführer sagt dazu immer: „Eine außerordentliche Belastung für Mensch und Material“.

Übernachtet haben wir wieder auf einem öffentlichen kostenlosen Stellplatz in einem kleinen Dorf. Hier gab es Sahne nur noch in Literverpackungen. Für die Pilzsauce war sie aber nötig, deshalb waren die folgenden Tage immer mal wieder sehr sahnelastig.

Am nächsten Morgen haben wir unsere Kaffeepause in Ponferrada gemacht. Hier gibt es mal wieder eine Burg. Der Grundriss der Burg ist sehr unregelmäßig, was sicher den unterschiedlichen Bauphasen geschuldet ist. Begonnen im 12. Jahrhundert, wurde in 19. Jahrhundert noch angebaut.

Merkwürdig kam uns dieser Herr vor

die Bronzefigur soll einen Nazarener darstellen. Eine Woche vor Beginn der Karwoche geht wohl ein ebenso schwarz gekleideter Mann durch die Stadt und verkündet mit seiner Glocke den Gläubigen das bevorstehende Fest.

Wir fahren den restlichen Tag entlag des Pilgerwegs und haben das Glück, dass wenige Autos und Pilger unterwegs sind.

Die Fahrt geht stetig auf schmalen Strassen nach oben. Und wir waren fast auf der ganzen Strecke alleine unterwegs. Auf 1270 m befindet sich der Pass Alto de San Roque mit einer riesigen Bronzestatue eines mittelalterlichen Pilgers.

Die Landschaft ist wirklich sehr beeindruckend und hat etwas Majestätisches

Auch wenn wir nicht gewandert sind, macht so ein Fahrtag hungrig. Wir haben in Sarria in einem typischen Restaurant zu Abend gegessen und dann auf unserem kostenfreien Stellplatz wunderbar geschlafen.

Am nächsten Tag kamen wir gegen Nachmittag in Santiago de Compostela an. Zur Abwechslung mal wieder ein Campingplatz und dann die Räder raus und hinunter in die Altstadt

Die typischen Bilder aus Santigo de Compostela lassen wir mal beiseite und zeigen hier etwas anderes

Es gibt ein gewaltiges Kulturzentrum, das über der Stadt thront und neben Konzertsaal, Bücherei, Impfstation für Covid oder Grippe auch mehrere kostenlose Ausstellungen anbietet.

zum Beispiel eine Ausstellung über die Geschichte der Tätowierung

Sage keiner es tut nicht weh

die andere Ausstellung war sechs zeitgenössischen Künstlerinnen gewidmet

unter anderem Blanca Silvia

und Tusi Sandoval

und auch hier finden wir wieder einen liegenden Akt

Nach soviel Kultur lockt mich wieder das Meer

Published by


Antwort

  1. Avatar von Claus
    Claus

    Täusche ich mich – oder ist das eine Tätowierung von Franco auf der Brust? 🙂

    Like

Hinterlasse eine Antwort zu Claus Antwort abbrechen