Mal wieder auf einer Fähre bei trockenem Wetter, so dass die Nordländer die Fahrt auf dem Außendeck genießen können, während wir einen Platz im wärmeren Innenraum bevorzugen.





Damit es niemandem langweilig wird, bietet die Fähre Spielplätze für alt und jung



Der Campingplatz von Helsinki hatte erst am nächsten Tag einen Platz für uns frei und so fahren wir zuerst nach Porvoo. Die zweitälteste Stadt Finnlands hat eine kleine Fußgängerzone mit bunten Holzhäusern, die heute hauptsächlich Souvenirshop beherbergen.


Am Fluß wird ein Selbstbedienungsautomat für Kaykaks getestet. Leider waren die Temperaturen nicht für Wassersport geeignet, deshalb waren wir nur auf einem festvertäutem Schiff am Fluss und haben uns mit den Getränkepreisen in Finnland vertraut gemacht. Dieses Vergnügen werden wir wohl in nächster Zeit nicht oft wiederholen.



Am nächsten Mittag fahren wir dann zum Campingplatz Rastila, der sogar einen kleinen Strand und auch eine Joggingstrecke bietet.
Wir allerdings fahren mit der S-Bahn in die Innenstadt und können am Abend eine Stadtführung mitmachen.
Die Kathedrale am Senatsplatz hat die Besonderheit, dass der Glockenturm ausgelagert wurde und in einem eigenen Gebäude linkerhand untergebracht ist.




In Helsinki sind die Wohnblöcke mit Tieren gekennzeichnet, dabei spielt es keine Rolle, ob sie in Finnland oder in Afrika vorkommen. Viele Schilder, Infotafeln und auch die Straßennamen werden grundsätzlich auf finnisch und schwedisch angegeben, denn auch schwedisch ist hier Amtssprache.


Hinter den Speicherhäusern sieht man die russisch-orthodoxe Kirche, mit ihren 13 vergoldeten Kuppeln, die nahe des Hafens steht.
Sehr beeindruckend ist die öffentliche Bibliothek, in der nicht nur Bücher zu finden sind. Hier treffen sich die Menschen, um gemeinsam Schach zu spielen, zu nähen Musik zu hören oder Kaffee zu trinken.


Die Finnen sollen den höchsten Kaffeekonsum weltweit haben und trinken am liebsten Filterkaffee. Angeblich im Winter, damit sie wach werden und im Sommer, weil sie bei der Helligkeit sowieso nicht schlafen können und deshalb auf den Wachmacher zurückgreifen müssen.


Der Hauptbahnhof von Helsinki hat Elemente von Jugendstil und Neoklassizismus. Am Haupteingang stehen links und rechts Steinmänner, die alle einen Globus in der Hand halten. Diese Figuren haben es den Helsinkier besonders angetan: sie werden je nach Anlass entsprechend ausgestattet: sei es zu Halloween, Weihnachten, Corona oder dem Finale des ESC.


Auch die Haupthalle zeigt sich wie aus vergangenen Epochen


Im Architektur und Designmuseum gibt es eine Ausstellung zum Leben und Werk von Tove Jansson und ihren Moomins. Die Moomins sind uns dann in Finnland ständig über den Weg gelaufen.




Der andere Teil widmet sich der Architektur von Alvar, Aino und Elissa Aalto, sowie der dahinterstehenden Philosophie.


Gerne hätte ich das eine oder andere Souvenir mitgenommen, einzig die aufgerufenen Preise haben uns davon abgehalten.


Im Untergeschoss kommen Strick- und Häkelfreunde auf ihre Kosten und können sich mit der Künstlerin austauschen.


Allerdings erschienen mir die ausgestellten Stücke nur bedingt tragfähig.


Eine Bootstour durch Helsinki hat uns bewußt gemacht, dass diese Stadt aus unendlich vielen Inseln besteht und die Natur von allen Stellen aus nur wenige Kilomenter entfernt ist.




Die Markthalle bietet eine typisch finnische Essensauswahl von Zimtschnecke bis



Lachssuppe mit Roggenbrot.



Dank unser (nicht gerade günstigen) Helsinki City Card haben wir sehr viele Museen besucht.
Im Foto- bzw. Filmmuseum werden Bilder der Werke finnischer Regisseure, vorneweg natürlich Aki Kaurismäki, gezeigt




Und auch die legendären Leningrad Cowboys dürfen nicht fehlen.

Das Theatermuseum und das Gastronomiemuseum konnten hingegen im Schnelldurchlauf erledigt werden.



Hier sehen wir die Zukunft von Essenslieferungen bei Wolt. Der kleine Kerl war ganz alleine unterwegs, meisterte Gehsteige und wartete am Zebrastreifen, bis der Wagen anhielt und er unbeschadet die Straßenseite wechseln konnte.


Ein Hotspot im Studentenviertel ist die Pizzeria Blondi.


Die Pizzastücke waren wirklich ausgesprochen gut und so ließen wir den authentischen Berliner Döner links liegen.




Die Felsenkathedrale bietet bei den heißen Temperaturen, die aktuell in Helsinki herrschen eine willkommene Gelegenheit sich abzukühlen

Ebenso wie das Kunstmuseum HAM mit der Gegenüberstellung der Bilder von Mauno Markkula (1905-1959, links) und Petri Ala-Maunus (geb. 1970, rechts).





Hier die „Abakans“ von Magdalena Abakanowicz, einer polnischen Textilkünstlerin




Die „Crowd“ von M. Abakanowicz gibt uns einen Vorgeschmack auf das stille Volk zwischen Suomussalmi und Kuusamo in Nordfinnland

Neben Cappuccino mit trockener Zimtschnecke im Traditionscafé Ekberg, haben wir abends ein typisch finnisches Buffet ausprobiert. Der Schwerpunkt lag bei mariniertem Fisch, vor allem Hering und als Hauptgang Geschmortes vom Rentier und Elch, gern kombiniert mit Kartoffeligem in allen Texturen. So kocht wohl die finnische Mutti und was Mütter machen, kann nicht falsch sein.



Helsinki gefällt uns sehr gut und wir könnten noch viel länger bleiben, um alles zu erkunden und genießen. Aber nach drei Tagen verlassen wir die Stadt, denn jetzt wollen wir die Natur Finnlands sehen.
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