
Saa-uu-na: Sauna in Finnland hat nichts mit der finnischen Sauna bei uns zu tun. Auf den Campingplätzen ist die Sauna oft das größte Gebäude, denn neben der Hitzestube, gibt es auch einen Aufenthaltsraum und manchmal sogar eine Küche.
In öffentliche Saunen geht man in Finnland nur mit Badebekleidung.


Der eigentliche Saunagang beginnt mit einem Aufguss und der wird alle paar Minuten wiederholt. Mit einer lässigen Handbewegung schleudert der Finne aus einem halben Meter Entfernung (tatsächlich waren es die Männer) mindestens zwei Kellen Wasser zielsicher auf die heißen Steine, dass es nur so spritzt und dampft.
Es wird den Saunanovizen dann versichert, dass der Schmerz nach zehn Sekunden wieder nachlässt und tatsächlich kommt man ohne Blasenbildung der Haut wieder aus den Räumlichkeiten. Früher oder später, je nach Schmerztoleranz und Ausdauer, springt man dann in einen der 187 888 Seen.
Von Sanitärkundigen installierte Brausen und Becken gelten als Notlösung, allenfalls Wälzen im Schnee wird bei zugefrorenen Seen akzeptiert. Zwischen den Saunagängen herumzuliegen ist was für Weicheier (und Touristen), die Finnen gehen schnurstracks zurück in die Hitze und kasteien sich weiter, Selbstgeißelungen mit Birkenzweigen haben wir aber nicht gesehen.
Ein weiteres Saunaphänomen: die sehr schweigsamen und grußunwilligen Finnen kommen jenseits der 70° C in Plapperlaune und mit roten Bäckchen und glänzenden Augen unterhalten sie sich in ihrer für Außenstehende völlig unverständlichen Landessprache, nur unterbrochen von kehligem Gelächter. Ab 80° C werden dann auch ausländische Gäste in die Konversation einbezogen und selbst die Kleinsten probieren schüchtern ihre Englischkenntnisse aus.
Auch interessant: in keinem anderen Land grüßen die Womobesatzungen auf der Straße einander derart konsequent. Das kann auf der Hauptroute zum Nordkap durchaus anstrengend sein und die Beifahrerinnen werden in die Grußzeremonie zwingend einbezogen. Den Gedanken zwei chinesische Winkekatzen zu installieren um den eigenen Winkearm zu entlasten, haben wir aber nicht weiterverfolgt.
Die finnischen Wälder könnten auch Blaubeerwälder heißen, denn der Boden ist übersät mit Heidelbeersträuchern, Preiselbeersträuchern und wer Glück hat findet Walderdbeeren.


Hier findet sich tatsächlich noch das wahre Superfood: Heidelbeeren wie zu Kinderzeiten, die Finger und Zunge blau färben. Allerdings kommen im Alter dann die Rückenbeschwerden hinzu – und hier in Finnland die Steckmücken.


Die Finnen haben entsprechende Erntewerkzeuge entwickelt, mit denen man die Ausbeute drastisch erhöhen kann. Altersgerecht angepasst gibt es Nilpferde für Kinder, Schaufeln für Erwachsene, im Alter dann mit einer Verlängerung für rückenfreundliche Erntebedingungen
Eine Frucht, die wir bisher nur in Finnland und Schweden entdeckt haben ist die Moltebeere. In unreifen Zustand ist sie dunkelrot, genießbar wird sie ab einem hellorangenen Teint. Geschmacklich erinnerte uns die Beere an gekochtes Obst, manche sagen auch Waldboden.
Der Wald bietet auch Pfifferlinge, die wir allerdings an Straßenständen erworben haben.


Das Jedermannsrecht gilt auch in Finnland und wir haben einige traumhafte Plätze gefunden.









Die Campingplätze sind gut ausgestattet mit Feuerstelle, genügend Holzvorräten




und hier sogar mit Sportgeräten und Booten

Der erste Kontakt mit dem SUP war etwas wackelig, aber die alternative Standposition hat ein Fortkommen ermöglicht.
Einfacher war es in den Nationalparks vorwärts zu kommen und bei unserer ersten Wanderung sogar in einem rasanten Tempo. Denn gegen Abend waren die Stechmücken besonders aggressiv, so dass ein Stehenbleiben nicht möglich war und wir die angezeigte Dauer um einiges unterboten haben.

Auf Koli hatten wir einen grandiosen Blick auf die finnische Seenplatte









Der Wanderer wird nicht nur über die entspannten Geburtsumstände von Frau Bär gründlich informiert, sondern auch mögliche direkte Bärenkontakte im Oulanka Nationalpark werden thematisiert (nicht in die Augen schauen, nicht wegrennen). Diese Begegnungen sind aber unwahrscheinlich, Bären sind sehr scheu.


Die Begegnungen mit auf Straßen herumlungernden Rentieren sind dagegen unvermeidlich und das Kollisionsrisiko ist nicht unerheblich. Das Aufeinandertreffen mit Rentieren in der Tiefkühltruhe ist dagegen unproblematisch.


Tatsächlich waren wir nur in Städten um einzukaufen und aufzutanken


über die Trödelmärkte zu spazieren und Leute zu gucken


Direkt neben der Straße Richtung Norden stoßen wir auf eine ganze Ansammlung von Personen




Und dann haben wir ihn erreicht: den nördlichsten Punkt unserer Reise – den Arctic Circle, der überraschender Weise mit der Heimat von Santa Claus übereinstimmt.


Hier können Kinder und Erwachsene das ganze Jahr mit ihm über ihre Weihnachtswünsche sprechen. Die kostenlose Audienz findet täglich statt und tatsächlich gab es auch im Juli eine Warteschlange. Fotos mit Santa Claus sind allerdings immer kostenpflichtig. Wir haben auf beides verzichtet und uns im Weihnachtsshop umgesehen, aber trotz interessanter Kopfbedeckungen auch hier von Käufen Abstand gehalten.




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