Der Grenzübertritt nach Schweden ist unspektakulär und erfolgt ohne Grenzeinrichtungen. Die erste Nacht verbringen wir direkt an der Grenze auf einem Campingplatz, der von Schweizern betrieben wird. Es sollte nicht der letzte sein, scheinbar genießen viele Schweitzer das entspannte Leben in Schweden und kümmern sich um deutschsprachige Touristen.


Interessant wird es am nächsten Tag, als wir in ein historisches Kirchendorf fahren. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von kleinen Häusern um eine Kirche herum. Da die Entfernung zur Kirche oft sehr weit war, übernachteten die Gläubigen an den Wochenenden in den kleinen Häusern. Man ging in den Gottesdienst und dann traf man sich mit Freunden und ließ es krachen.


Heute gehört Gammelstad zum Weltkulturerbe, aber man trifft sich hier auch aus anderen historischen Gründen. Hier ein „Rettungsvolvo“ mit dem originalen medizinischen Equipment aus den 60er Jahren, abgesehen von den Bierdosen natürlich.



Unser nächster Übernachtungsplatz wird wieder von einem schweizer Pärchen betrieben. Sie haben sich vor einem Jahr in Schweden niedergelassen und bieten im Winter Fahrten mit dem Hundeschlitten oder dem Schneescooter an. Für uns haben sie abends am offenen Feuer im Tippi Lachs und Elch-Burger zubereitet.

Alles ist selbst zusammengezimmert, auch der Badesteg am See.


Am nächsten Tag fahren wir nach Vilhelmina, wo wir unsere Vorräte auffüllen und andere Campererfordernisse erledigen, bevor wir zum Vildmarksvägen, einer 500 km lange Straße durch die Berge von schwedisch Lappland, aufbrechen.
Los gehts zur ersten Wassertreppe in Marsfjäll. Dort finden wir auch einen schönen Übernachtungsplatz, den wir nur mit einem anderen Camper teilen.


Entlang der Route gibt es ein Kirchdorf der Samen. Sie trafen sich früher hier zum Frühjahrs- und Herbstfest, da im Kalfjälletgebirge ihre Sommerplätze lagen.





Klimpfjäll gilt als kleines Zentrum der Samen und ist nur noch 20 Kilometer von der norwegischen Grenze entfernt. Im Internet hatten wir von einem Café gelesen und das haben wir dann besucht. Es erinnert an eine Almhütte und die Inneneinrichtung hätten auch unsere Großmütter gestalten können.
Zur Auswahl gab es lauwarme Softdrinks und Filterkaffee aus großen Thermoskannen und zweierlei Kuchen, beide brachten uns in die Nähe eines Zuckerschocks.


Der höchste Punkt auf dem Vildmarksvägen ist das Stekenjokk. Es liegt auf 876m hoch und alle Womofahrer möchten hier eine Nacht verbringen. Auch Temperaturen von 6 Grad im Juli haben uns nicht abgeschreckt, dort oben zu übernachten.


Das Stekenjokk ist nur wenige Monate im Jahr befahrbar, daher drängen sich in den Sommermonaten die Wohnmobile auf dem großen Parkplatz.






Im weiteren Verlauf der Strecke folgen wir dem Hinweisschild zum Hällingsafallet. Bevor wir den Wasserfall erreichen, müssen wir ungefähr 30 km auf einer Schotterpiste zurücklegen.


Der Fluss hat einen beeindruckenden, bis zu 50 Meter tiefen Canyon hervorgebracht.


Die Straße führt an vielen Seen vorbei oder über Brücken darüber bis nach Strömsund. Wieder ein kleines Städtchen dass zum Einkaufen und Tanken taugt und sich ansonsten der verbreiteten kulinarischen Trias „Burger, Pizza, Döner“ verschrieben hat. Wir setzen also unsere mehrwöchige Restaurantkarenz fort.




Wir verbringen zwei sonnige Tage im Seeglück. Wieder landen wir bei Schweizern, die sich hier eine Halbinsel gekauft haben und nun Ferienwohnungen und Stellplätze anbieten. Und zum ersten Mal nach vielen Wochen sehen wir wieder einen Mond aufgehen.





Auf Höhe von Stockholm besuchen wir natürlich Schloss Gripsholm


Die dort untergebrachte Porträtsammlung gehört zu den größten weltweit und zeigt nicht nur die aktuelle Königsfamilie




sondern weit mehr als 2.000 andere Köpfe












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